Was ist Nachfolgeplanung? Fünf Antworten auf einer Seite, und was sie kosten

Nachfolgeplanung heisst: fünf Antworten auf einer Seite, von Eigentum bis Plan B. Ein Entwurf kostet drei Abende, die belastbare Fassung Monate.
Am günstigen Ende kostet ein Nachfolgeplan drei Abende am Küchentisch und keine einzige Rechnung. Am anderen Ende stehen zwölf bis achtzehn Monate neben dem Tagesgeschäft und Honorare von einigen Tausend bis einigen Zehntausend, in Euro oder Franken. Das ist die ehrliche Spanne: auf der einen Seite ein erster Entwurf, auf der anderen eine Fassung, die hält.
Nachfolgeplanung heisst, fünf Antworten auf eine Seite zu schreiben: wem die Firma gehören wird, wer sie führen wird, ab welchem Datum, zu welchen Bedingungen und was geschieht, wenn die erste Lösung scheitert. Solange diese Antworten nicht auf Papier stehen, haben Sie eine Absicht, keinen Plan. Den ersten Entwurf können Sie diesen Monat selbst schreiben. Damit er hält, braucht es Monate und Honorare, umso mehr, je grösser die Firma ist.
Die Rechnung, Antwort für Antwort
Jede Antwort schreiben Sie an einem Abend, oft schneller. Geld kostet sie erst, wenn jemand sie beziffert oder daraus ein Dokument macht, auf das andere sich stützen können.
| Was Sie schreiben | Ihre Zeit | Geld, damit es hält |
|---|---|---|
| Wem sie gehört: ein Name oder «noch niemand» | Ein Teil eines Abends | Eine Aktionärsvereinbarung, aufgesetzt von Anwalt oder Notar: einige Tausend |
| Wer sie führt: ein Name oder wer das Tagesgeschäft bis dahin trägt | Ein Abend und ein offenes Gespräch | Nichts, ausser es fällt Ihnen kein Name ein: dann eine Stellvertretung, die Sie einstellen, das Jahresgehalt einer Führungskraft auf dem Niveau Ihres Marktes |
| Ab wann: ein Datum oder eine Spanne von Jahren | Eine Stunde | Nichts. Das Datum bestimmt den übrigen Zeitplan |
| Zu welchen Bedingungen: eine Preisspanne; wie bezahlt wird (bar, in Raten, ein Teil abhängig vom Ergebnis); Ihre Rolle danach, wie lange und in welcher Funktion | Ein Abend | Eine Bewertung durch Treuhand, Steuerberatung oder einen Berater: einige Tausend bis rund zwanzigtausend. Eine Steuerschätzung: höchstens einige Tausend |
| Wenn die erste Lösung scheitert: der zweite Weg und die Notfallversion | Ein Abend | Eine Vollmacht und ein Testament: einige Stunden bei Anwalt oder Notar |
| Alle fünf | Drei Abende; dann 12 bis 18 Monate für die Fassung, die hält | Nichts; dann einige Tausend bis einige Zehntausend |
Zwei Begriffe aus der Tabelle, einfach gesagt. Eine Aktionärsvereinbarung ist die schriftliche Abmachung der Eigentümer, wer an wen und zu welchem Preis verkaufen darf. Eine Vollmacht ist die schriftliche Erlaubnis, die Sie jemandem geben, für die Firma zu unterschreiben. Die Rechnung für den Kaufvertrag selbst kommt später, beim Verkauf.
Für die Steuerschätzung braucht Ihre Treuhand oder Steuerberatung einige Stunden. Was der Fiskus nimmt, hängt vom Land ab, davon, was Sie übergeben (die Anteile oder den Betrieb selbst), und davon, wie Sie die Firma halten.
Beide Fassungen tragen dieselben fünf Antworten. Ein Entwurf gibt Ihnen die Richtung vor; ein Plan, der hält, lässt sich unterschreiben und umsetzen.
Ein erster Entwurf mit Fragezeichen
Nehmen wir einen erfundenen Fall. Ein Elektroinstallationsbetrieb mit 18 Leuten und rund 3 Millionen Umsatz. Der Inhaber ist 59. Seine Tochter, 31, arbeitet seit vier Jahren im Betrieb, und er hat nie gewusst, ob sie übernehmen will.
Auf seiner Seite steht in der ersten Zeile «meine Tochter?», mit Fragezeichen. Das hilft schon: Die ersten beiden Antworten hängen an einem Gespräch, das er nie geführt hat und das nichts kostet ausser Mut. Sagt sie ja, nennt die Seite, wer die Servicewagen einteilt und die Angebote unterschreibt, während sie lernt, eine Firma zu führen; die Betriebsübergabe an die Kinder beginnt mit genau dieser Frage. Bei einem Nein wird die fünfte Zeile zum Hauptweg.
Das Datum wiegt schwerer, als es scheint. In den Mandaten, die ich führe, dauert ein Verkauf an Dritte zwölf bis vierundzwanzig Monate vom Entscheid bis zur Unterschrift. Eine Übergabe an ein Kind oder eine Führungskraft aus dem Betrieb, die das Führen lernen und die Finanzierung finden muss, bereitet man eher drei bis fünf Jahre im Voraus vor. Schreibt er «mit 62», muss der Weg in der Familie dieses Jahr beginnen.
Von diesem Monat bis zum Tag, an dem er gebraucht wird
Diesen Monat: die fünf Antworten auf einer Seite. Innerhalb von zwölf bis achtzehn Monaten: die Fassung, die hält, mit beziffertem Wert, geschätzter Steuer und Dokumenten, die Anwalt und Treuhand gelesen haben. Jedes Jahr ein Abend zum Nachlesen: Eine Zeile ändert sich (das Datum, ein Name, der Preis), der Rest bleibt. Dann der Tag selbst, an dem der erste oder der zweite Weg gilt.
Dieser jährliche Abend ist der billigste Posten der ganzen Rechnung. Wer ihn auslässt, hat womöglich eine Seite, die noch eine Führungskraft nennt, die vor zwei Jahren gegangen ist.
Die Notfallhälfte kostet wenig
Die fünfte Antwort hat zwei Hälften. Die eine ist der zweite Weg, falls der erste sich schliesst: Das Kind sagt nein, die Führungskraft geht, der Käufer springt ab. Die andere ist die Notfallversion: wer morgen für die Firma unterschreibt, wenn Sie im Krankenhaus liegen, und an wen die Anteile gehen, wenn Sie sterben. Stellen Sie sich die Lieferantenzahlungen am Freitag vor, und niemand darf sie freigeben.
In wenigen Stunden sind eine Vollmacht und ein Testament aufgesetzt. Ein Testament, das ganz von Hand geschrieben, datiert und unterschrieben ist, gilt ohne Notar; in der Schweiz und in Deutschland zum Beispiel sagt das Gesetz das so. Anderswo fragen Sie Ihre Anwältin, Ihren Anwalt oder das Notariat, welche Form zählt. Teuer wird es erst, wenn diese Papiere fehlen: dazu mehr unter was bestehen muss, bevor der Inhaber plötzlich ausfällt.
Was die leere Seite kostet
Meiner Erfahrung nach verkauft, wer nichts aufgeschrieben hat, am Ende nach dem Kalender eines anderen: nach einem gesundheitlichen Warnschuss, dem Brief eines Käufers, einem Partner, der aussteigen will. Unter Zeitdruck sagt dieser Verkäufer schneller ja zum ersten Angebot, gibt beim Teil des Preises, der nach dem Verkauf bezahlt wird, mehr nach und verspricht dem Käufer mehr über den Zustand der Firma.
Keine Tabelle zeigt diese Rechnung.
Dass eine Firma noch von ihrem Inhaber abhängt, merken starke Käufer zudem; sie springen ab oder drücken den Preis. Bereiten Sie die Übergabe also vor, bevor Sie nach jemandem suchen, der übernimmt. Früh beginnen heisst nicht früh verkaufen. Es heisst, nie unter Druck verkaufen zu müssen.
Die fünf Antworten entscheiden Sie. Was danach kommt (die Bewertung, der Anwalt, die Bank, der Zeitplan), können Sie jemand anderem übergeben, damit Sie nicht länger Ihr eigener Projektleiter sind.
Eine Warnung für den Abend, an dem Sie sich hinsetzen. Die Zeile, die Sie leer lassen, bleibt nicht leer. Der Kalender eines anderen füllt sie aus.
Quellen
Ende des Artikels.


