Betriebsübergabe an die Kinder: Prüfen Sie zuerst, ob ihr Ja auch ein Nein hätte sein können

Diese Liste ist für Eltern, die ihre Firma einem Sohn oder einer Tochter übergeben wollen und wissen müssen, ob das Ja, das sie hören werden, ein Wunsch ist oder eine Schuld. Mehr bedeutet Motivation hier nicht: Ein Ja, das kein Nein hätte sein können, misst nichts.
Die kurze Antwort: Sie übergeben an ein Kind, wenn sein Ja auch ein Nein hätte sein können, ohne es etwas zu kosten, weder seinen Teil am Erbe noch seinen Platz in der Familie noch sein Einkommen. Solange das Nein nicht möglich ist, halten Sie Loyalität in der Hand. Und Loyalität gibt später nach, nicht am Tag der Unterschrift.
In den Familienübergaben, die ich begleite, bricht sie selten mit einem Knall. Sie gibt leise nach, oft nach drei oder vier Jahren, wenn das Kind aufhört zu entscheiden, ohne je zu gehen. Nehmen wir einen erfundenen Fall: ein Heizungs- und Sanitärbetrieb mit 18 Leuten, ein Vater von 63 Jahren, eine Tochter von 31, Ingenieurin in einem grösseren Unternehmen, zwei Autostunden entfernt. Die Frage fällt beim Familienessen, irgendwo zwischen Braten und Kaffee. Das könnte er stattdessen tun.
Elf Schritte, von der Zeit vor der Frage bis zur Übergabe
- Sorgen Sie dafür, dass ein Nein nichts kostet. Ein Nein kann ein Kind eines von drei Dingen kosten, und Sie kennen sie schon: das Erbe, die Familie, das Einkommen. Solange eines davon auf dem Spiel steht, sagt Ihnen ein Ja nichts darüber, was es wirklich will.
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Klären Sie, was ein Kind, das Nein sagt, noch erbt, und sagen Sie es ihm. Das hängt vom Recht Ihres Landes ab und davon, was Sie schriftlich festhalten: Fragen Sie Ihren Notar oder Ihre Beraterin, und sagen Sie es Ihrem Kind in einem Satz, bevor Sie irgendetwas fragen. In der Schweiz zum Beispiel garantiert das Gesetz jedem Kind die Hälfte dessen, was ihm ohne Testament zustünde, was immer das Testament sagt. Dort wird, was ein Elternteil dem übernehmenden Kind zu Lebzeiten schenkt, die Firma etwa, auf seinen Erbteil angerechnet, wenn die Erben den Nachlass teilen, sofern der Elternteil nicht ausdrücklich etwas anderes bestimmt hat. Hier beginnt der faire Ausgleich zwischen dem Kind, das übernimmt, und den anderen.
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Zahlen Sie mindestens den Marktlohn. Wer übernimmt, soll mindestens verdienen, was er für dieselbe Stelle anderswo bekäme. Ein Ja, das Einkommen kostet, ist kein freies Ja.
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Sagen Sie allen Kindern dasselbe, am selben Tag. Ein Nein fällt viel leichter, wenn die Geschwister es nicht als «sie hat abgelehnt, jetzt müssen wir verkaufen» hören. Wenn zwei von ihnen die Firma wollen, gilt dieselbe Regel, nur steht mehr auf dem Spiel.
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Stellen Sie die Frage an einem festen Datum, mit Vorlauf. Kündigen Sie die Frage an und vereinbaren Sie den Tag, an dem die Antwort fällig ist. Eine Frage, die bei jedem Familienessen auf den Tisch kommt, wird zu Druck, so sanft man sie auch stellt.
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Lassen Sie es zuerst anderswo arbeiten. Zwei oder drei Jahre in einem anderen Unternehmen, mit einer Chefin oder einem Chef, die nicht Sie sind, bevor Sie fragen. Das Ja kommt dann mit einem Vergleich. Die Tochter aus meinem Beispiel hat ihn schon: Sie weiss, wie sich ein Montagmorgen in einem Ingenieurbüro zwei Autostunden entfernt anfühlt.
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Trennen Sie, was Sie übergeben. Die Geschäftsführung, das Eigentum und der Familienname sind drei verschiedene Dinge, vier, wenn neben der Werkstatt ein Haus steht. Fragen Sie nach jedem einzeln. Manches Ja gilt dem Namen, der auf den Lieferwagen steht. Die Firma führen, bevor sie einem gehört, ist ein Weg, die Dinge auseinanderzuhalten.
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Legen Sie den Preis auf den Tisch, und machen Sie einen Kauf daraus. Nennen Sie den Preis und die Finanzierung, bevor Sie fragen: Ein Ja zu «der Firma» ohne Preis ist ein Ja zu einem Wort. In den Übergaben, die ich begleite, erfährt das Kind den Preis oft erst nach seinem Ja. Ein Kind, das bereit ist, bei der Bank einen Kredit aufzunehmen, um die Firma zu einem fairen Preis zu kaufen, will sie; ein Kind, das sie nur geschenkt nähme, sagt Ihnen damit auch etwas.
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Schreiben Sie den Ausstieg vor dem Einstieg auf. Vereinbaren Sie eine Probezeit in einer echten Stelle, mit einem Enddatum und einem Entscheid an diesem Tag. Gehen wird so zu einem Entscheid statt zu einem Verrat. Was eine solche Stelle wirklich aussagekräftig macht, ist eine eigene Frage.
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Hören Sie auf seine Worte, und schauen Sie, was es tut, wenn Sie nicht da sind. «Ich kann euch nicht hängen lassen» und «nach allem, was ihr aufgebaut habt»: Da spricht die Loyalität. «Ich würde ändern, wie wir unsere Preise festlegen»: Da spricht der Wunsch. Und wenn Sie weg sind, ruft es mit Fragen beim Treuhänder an, besucht es allein einen Kunden, liest es die Monatszahlen?
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Fragen Sie ein Jahr später noch einmal. Ein Ja, das zweimal kommt, im Abstand eines Jahres, mit bekanntem Preis und den Jahren anderswo hinter sich, ist ein Ja, das gewachsen ist. Erst dann übergeben Sie.
Wer übernimmt, entscheiden Sie als Eigentümer. Das Nein gratis zu machen, gehört zur Vorbereitung dieses Entscheids, und jemand ausserhalb der Familie kann diese elf Schritte führen, während Sie den Entscheid selbst behalten.
Stellen Sie sich also das nächste Familienessen vor. Wenn Ihr Kind beim Kaffee Nein sagte, was würde sich für es am nächsten Morgen wirklich ändern?
Quellen
Schweiz
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